Mittwoch, 31. Dezember 2008

Noch mehr Fotos







Der Durchbruch für die Treppe

Weitere Fotos 2008




Resultate der Entmüllungsaktionen der unteren Räume

Fotos 2008






Zum Jahresabschluss möchte ich an dieser Stelle den kleinen Dingen, die uns umgeben, die wir erreicht haben in unserem Alltag und in unserem Leben Aufmerksamkeit und Beachtung widmen. Zu oft erwartet man das Große, das Bahnbrechende und übersieht die kleine Schritte, die man in die richtige Richtung, in Richtung Ziel macht. Diese kleine Auswahl an Bildern (das erste ist das aktuelle), die deutlich belegen, dass das Jahr 2008 auch in Bezug auf unser Bauprojekt ein erfolgreiches Jahr war (auch, wenn wir immer noch kein Dach auf unserer Scheune haben).

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Aus der Traum?

Fast drei Monate sind vergangen. Ich bin immer noch Fotos schuldig. Zuerst die guten Nachrichten:
Der Garten ist entmüllt, Muttererde zur Hälfte verteilt, die Kaninchen kamen schon in den Genuss ihres Sommerdomizils, eine stattliche Villa. Allerdings hatte ich Mitleid mit den beiden Langohren, als der erste Frost kam, so dass sie wieder im Kinderzimmer wohnen. Wir haben bereits Bäume gepflanzt, zwei Gräber angelegt (Beißi und Babykatze- ruhet in Frieden)...nur was nach wie vor fehlt, ist....richtig, das Dach! Hatte schon mal jemand Schnee im Wohnzimmer? Moos in der Küche? Knöcheltiefe Pfützen in den Kinderzimmern? Nein, hey, das hat was!
Hier nun die schlechte Nachricht: die Balken lagern seit ungefähr zwei Monaten bei einem Holzhandel in Bernau und wurden nicht bezahlt. Der Eigentümer hat uns in den letzten Tagen bewusst angelogen. Er erzählte uns, die Balken würden nun endlich geliefert werden, forderte uns sogar auf, die Autos nicht auf dem Hof zu parken. Nur die Balken kamen nicht. Unsere Nerven waren ohnehin zum Zerreißen gespannt, aber nun ist der Geduldsfaden gerissen. Unsere Köpfe rauchen, weil wir nicht wissen, wie es weitergeht. Meine Phantansien, die ich seit einigen Tage habe, werde ich hier nicht veröffentlichen, sonst steht die Polizei vor meiner Tür. Vielleicht wirkt mein Woodoo-Zauber...er könnte glauben, die fiesen Bauchschmerzen lägen an der fetten Weihnachtsgans. Zweifel haben wir ja von Anfang gehabt, aber nun kommt tiefes Misstrauen, Hass und Wut hinzu. Schlechte Ratgeber und schlechte Voraussetzungen, um ein gemeinsames Projekt durchzuziehen. Wir sind ratlos, hilflos, fassungslos und verständnislos. Und hoffen auf ein Wunder, und sei es nur ein irgendein Zeichen, dass uns Mut macht, zu kämpfen. Zu kämpfen für ein Dach über dem Kopf!

Freitag, 19. September 2008

Zwei Monate sind vergangen. Meine Funktion als Bauprotokollantin musste ich aufgrund von Umzugsstress, Schulbeginn, Klausuren- und Hausaufgabendruck, Hausarbeit und letzte Vorbereitung für den Marathon etwas vernachlässigen.
Kurzer Lagebericht: Der Ringanker ist fertig! Aber nachwievor kein Dach. Ha, was für Neuigkeiten, sagt ihr. Nun ja, dennoch können wir einige Fortschritte verzeichnen. Die Fensteröffnung zur Gartenseite werden derzeit von fachmännischer Maurerhand an der Außenfassade bearbeitet. Soll ja schließlich ordentlich aussehen. Ich weiß nicht, ob ich schon erwähnt habe, dass wir das Treppenloch ebenfalls fertig gestellt haben. Fotos folgen im nächsten Block (ich hinke etwas mit der Bearbeitung hinterher - sorry). Auch im Garten konnten wir schon einiges herrichten. Habe den Urwald mit einer tollen Motorsense begehbar gemacht. Mit dem Rasenmäher, den wir in der einer der Garagen gefunden haben, sind wir dem restlichen Unkraut zuleibe gerückt. Sieht jetzt richtig nett aus!!! Den Kaninchenstall haben wir auch schon vorbereitet. Bei den Fundamentarbeiten sind wir auf jede Menge Müll und einen Eimer voll Knochen (welch Inspiration für meine Phantasie) gestoßen, so dass es wohl besser ist, einfach tonnenweise Erde drauf zu schütten, statt groß darin herum zu butteln.
Ja und nächsten Samstag werden wir unsere Wohnung endgültig verlassen und in die kleine, aber feine drei-Raum-Wohnung unter dem Dach ziehen (Fotos folgen!!). Wird eng zu sechst, aber wir schaffen das.

Sonntag, 13. Juli 2008

Erster Muskelkater (12.07.2008)





Die Muskeln in den Oberarmen und Händen schmerzen, die Blasen notdürftig mit schlecht klebendem Pflaster abgedeckt, und weiter geht es...
...die ersten Stürze sind gemauert.

Erstes Tagewerk (11.07.2008)






Einige Fotoimpressionen vom Auftakt unserer Bauarbeiten. Vom horrormäßig anmutenden Kettensägenmann über die Trümmerfrau...
...Endlich ist die Zeit der blutigen Hände, der Staub verstopften Poren, krustigen Nasen, brüchigen Haare und ewig abgebrochenen und dreckigen Fingernägel angebrochen. Die Öffnungen für die Durchbrüche und neuen Fenster sind gesägt. Es geht voran!

Donnerstag, 10. Juli 2008

Es hat begonnen...






...es ist kaum zu glauben, aber wir haben sozusagen den ersten "Spatenstich" getan. Zum Vergleich mal wieder ein paar Fotos vom Stand der Dinge. ES GEHT VORRAN!
Aber der Reihe nach.
Als erstes haben wir gejammert. Noch mehr gejammert, weil scheinbar wieder nichts passierte. Dann wurde der Ringanker begonnen. Wir haben wieder ein wenig gejammert. Und nebenbei den Vertrag für die Wohnung im Vorderhaus unterschrieben. Wir ziehen im September in eine Drei-Zimmer-Wohnung, von deren Zustand wir keine Ahnung haben. Man muss halt Kompromisse machen bei einem solchen Projekt.
Aber gestern war es dann endlich soweit. Wir haben den Meterpunkt per Laserkanone (in gelb-grau gestreift auf dem Foto Nr. 2 zu identifizieren) festgelegt und mit dickem blauen Fettstift am rohen Mauerwerk verewigt. Das ist ein wichtiger Schritt, ohne Meterriss geht nichts. Und nun ein paar Erklärungen für die Ungläubigen, die nicht das gleiche sehen wie wir: Foto 1 wird mal ein Kinderzimmer und unsere Wohnküche mit französischen bodentiefen Fenstern und kuschliger Sitzecke und Kamin (seht ihr's?)Auf Bild 3 sind zwei weitere Kinderzimmer, das Bad, der Flur und der Treppenzugang zu sehen (oder nicht?) Bild 4 zeigt unseren wunderschönen, wildwüchsigen, mediterranen Garten nach neapolitanischem Vorbild. Bild 2 ist der Vermessungsmeister. Auf Bild 5 ist der Treppenzugang zum Garten zu sehen (oder was davon noch übrig geblieben ist). Soweit zum Grundriss.

Morgen schreiten wir dann zur Tat und werden die Fassade bis auf weiteres zerstören - nein, nur die Fensteröffnungen und die restlichen Durchbrüche einbringen. Tja und dann wäre der Anfang getan. Fehlt nur noch das Dach. :-)
P.S. Es regnet. Und regnet. Und regnet. Schlecht für ein Haus ohne Dach. :-(

Samstag, 7. Juni 2008

Think positiv

...Die Einschalungen sind montiert, der Ringanker wird gegossen. Nachdem ich letzte Woche schon wieder der Verzweiflung nahe war, weil es aussah, als würde gar nichts merh auf der Baustelle passieren, ist wieder ein klitzekleier Lichtblick am dunklen Malchower Horizont. Dennoch...die Treppenzugänge fehlen noch, die Durchbrüche für die Fenster, die Innendämmung und das Dach. Der Eigentümer hat uns angeboten, ab September die Wohnung im Vorderhaus zu bewohnen, da der jetztige Mieter doch auszieht. Wir haben keine Ahnung, was uns dort erwartet. Und ob die Zusage zuverlässig ist...? Wir sitzen mal wieder zwischen Baum und Borke. Risiko eingehen? Klar, was kann groß passieren? Wir kündigen also zu Ende September. An einen Einzug bis Weihnachten in unsere eigentliche Wohnung ist jedoch nicht mehr zu denken. Ich glaube, wir machen drei Kreuze, wenn wir bis Weihnachten die Heizung und den Fußboden geschafft haben.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Von wegen...

Die ersten Schritte unseres Projektes waren mal wieder trügerisch. Zu früh und zu euphorisch dachten wir an einen Beginn unserer Bauarbeiten. Eine kurze Bestandsaufnahme:
- das alte Dach ist abgetragen
- die Fläche ist weit gehend entkernt
- der Schutt ist zum größten Teil entfernt

Was fehlt:

- die Treppenzugänge
- das neue Dach inklusive neuem Ringanker
- neue Fensteröffnungen
- die Medien
- die aus Yton-Steinen geplante Wanddämmung

Aber am meisten fehlt uns eine konkrete Arbeitsplanung. Auf der Baustelle arbeitet momentan ein Mann, der jeden Stein einzeln und in Handarbeit herauspickt - einem Archäologen ähnelnd - und die statischen Berechnungen für die Fensteröffnungen und vor allem die Treppenzugänge. Unsere Nerven liegen schon blank, bevor der eigentliche Teil beginnt, weil wir keinen Schimmer haben, wann wir endlich beginnen können, ob wir überhaupt dieses Jahr noch anfangen und wie sich die Sache weiterhin gestalten wird. Warum um Himmels Willen kann nicht mal etwas zügig voran gehen? Warum haben alle an diesem Projekt Beteiligten scheinbar alle Zeit der Welt, nur wir nicht?
Vom Weihnachtsfest im neuen Heim haben wir uns mittlerweile schon verabschiedet. Wir können nur noch hoffen, dass wir die Heizungsanlage und den Estrich noch vor dem ersten Frost einbringen können. (Schon befremdlich, es ist gerade Frühling geworden, die Welt erwacht gerade zu neuem Leben, die Gedanken spielen fröhlich mit Planungen für den Sommer und wir denken schon an den nächsten Winter) Der Eigentümer hat uns die Wohnung im Vorderhaus angeboten als Unterkunft während der Bauphase. Ab September könnten wir dort einziehen. Allerdings kaufen wir die Katze im Sack, wie es so schön heißt. Wir haben keine Ahnung, in welchem Zustand die Wohnung verlassen wird und ob der jetztige Mieter wirklich pünktlich wie vereinbart auszieht. Allerdings müssen wir jetzt in diesen Tagen einen eventuell folgenschwere Entscheidung treffen: Wohnung kündigen oder nicht? Auf andere und unsere Schicksal, das es hoffentlich gut mit uns meint, verlassen oder nicht?
Derweil beginne ich nächste Woche mit meinem neuen Trainingsplan. An dieser Stelle ein kleiner, bescheidener Aufruf:
Sponsor gesucht! Ich würde doch gern als Leistungsstandszwischenmessung am Berlin-Marathon im September teilnehmen. Leider kann ich mir die Startgebühr von momentan 75 Euro nicht leisten. Gern laufe ich dafür mit Werbeaufdruck auf dem Shirt oder der Stirn oder sonst wo. Sollte jemand Interesse an einem Sponsoring haben: kerstinundkinder@freenet.de. Und um unser Bauprojekt endlich von meinen läuferischen Ambitionen zu trennen, werde ich einen Laufblog einrichten, der über mein Training, Fortschritte, Niederlagen, Blasen, zerlaufene Schuhe und Erfolge auf dem Weg zum Ultra berichten wird. Also schaut mal vorbei.

Mittwoch, 23. April 2008

Es möge beginnen






Alles Warten, alles Hoffen, alles Bangen...hat ein erstes Ende. Der Beginn unserer Bauarbeiten zum Innenausbau rückt nun spürbar näher. Freude und ekstatische Planungsarbeiten bis in die Nacht verdrängen letzte Zweifel am Gelingen unseres Projektes. Hier nun einige Bilder vom momentanen Zustand unseres "Babys". Okay, es erfordert eine gehörige Portion Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass dies eines Tages eine bewohnbare Wohnung sein wird. Aber die Zimmer unserer vier Mädels sehen momentan auch nicht viel anders aus. Und da es mir an Fantasie nicht mangelt und Marco meine farbenprächtige Vorstellungskraft mit technischem Verständnis perfekt ergänzt, haben wir eine erste Planung des Grundrisses erstellt. Wir hoffen, er hält der Prüfung des Statikers stand. Nein, kein fürstlicher Palast, die Planung drückt wieder einmal voll und ganz unsere Neigung zur Bescheidenheit aus...wir haben großen Wert auf Funktionalität und praktische Anordnung der Räume gelegt, natürlich unter Beachtung der bestehenden Wände und technischen Gegebenheiten. Im Ernst, die Planung des Grundrisses entspricht genau unseren Bedürfnissen. Und wir kommen doch mit weniger Fläche aus als angenommen. Eine kleine Ausnahme der Bedürfnissbefriedigung gibt es allerdings doch: Marco und ich müssten uns ein Arbeitszimmer teilen! Aaaaahhh...vielleicht könnten wir, wenn wir fertig sind...nur so ein Gedanke...ein kleiner...ein klitzekleines Gartenhäuschen...nur so...in Anlehnung an Isabell Allende...die sehr erfolgreich schreibt...und das im Gartenhäuschen...nein wirklich, Marcos Arbeit besteht zu 80% aus Telefonaten - wer zum Teufel soll sich dabei konzentrieren können??? Aber gut, das klären wir später!

Und wir? Halten wir dem langsam wachsenden Druck, der sich aus familiären und beruflichen Tätigkeiten, Schule, Haushaltskram, läuferischen Ambitionen und den körperlichen Bedürfnissen zusammensetzt, stand? Mittlerweile habe ich die erste Testphase für die vermutlich größte Herausforderung in den nächsten 14 Monaten (Hallo Matthi, nicht vergessen - Mai 2009, der Countdown beginnt nächste Woche Donnerstag)begonnen: um vier Uhr morgens aufstehen, um die erste Tagespflicht -das Lauftraining- zu absolvieren. Hat sich beim ersten Testlauf durchaus als geeignet erwiesen. Der einstündige Lauf war angenehm anstrengend, und als Belohnung gab es einen wunderbaren Sonnenaufgang. Die Müdigkeit tagsüber war auszuhalten (solange ich beschäftigt war - dabei ist alles außer Lesen im Sitzen geeignet).An ein gewisses Schlafdefizit, denke ich, kann man sich gewöhnen. Mal vom positiven Effekt, dass einem normale Aufstehtage (5.30 Uhr) wie Wochenende vorkommen.
Alles andere lass ich besser auf mich draufzukommen. Ich bin aufgeregt wie vor einer Geburt. Werde ich eine gute Bauherrin sein? Werde ich genügend technisches Verständnis aufbringen, um den Anweisungen meines persönlichen Bauherren Folge leisten zu können :-) ? Und wird unser "Baby" gut gedeihen und vor allem schnell wachsen? Im Moment hoffen wir, dass die Wetterentwicklung weiterhin positiv bleibt. Der viele Regen hat dem Mauerwerk ordentlich zugesetzt und ein lauwarmer Wind kommt da gerade recht, um alles trocken zu pusten.
Na dann, packen wir es an!

Mittwoch, 2. April 2008

Fragen über Fragen

Wie viel Moral verträgt der Mensch?
Macht Verantwortungsbewusstsein krank oder einsam?
Lebt es sich mit Ignoranz tatsächlich besser?
Kann man Wegschauen lernen?
Kann nicht jeder das gleiche in den Dingen sehen?
Und wenn es so wäre, was würden wir dann sehen?
Ist "Gutsein" gut?
Was ist gut? Und was ist dann schlecht?
Gibt es "gute Menschen"?
Haben wir alle Schattenseiten?
Und sind die, die ihre Schatten versuchen zu verbergen, die sie verleugnen, nicht sehen wollen,die schlechteren, die verlogeneren Menschen?
Haben wir alle eine Doppelmoral?
Wie viel Konsequenz erfordert Integrität?
Sind Regeln dazu da, um gebrochen zu werden?
Kräftigt gegen den Strom Schwimmen das Rückgrat?
Ist es dem geistigen Wohl förderlich, sich ständig Gedanken zu machen?
Kann man integer sein, ohne für größenwahnsinnig gehalten zu werden?
Kann ein Mensch überhaupt integer sein?
Warum erweckt gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein Hohn, Spott oder Misstrauen?
Ist Verantwortung übernehmen für andere, für die Umwelt, für uns selber eine Tugend?
Oder eine Modeerscheinung, die das Einkaufen im Bioladen und das Tragen von Hanfsachen erforderlich macht?
Oder ist es eine spinnerte Erfindung von Leuten, die sich wichtig machen wollen, die vorgeben, klüger zu sein und die Welt verstanden zu haben?
Wer versteht die Welt?
Wozu brauchen wir materiellen Luxus?
Was ist materieller Luxus?
Ist unser gesamtes Leben Luxus?
Und was sind wir bereit zu opfern? Unser Leben, das unserer Kinder oder unsere Bequemlichkeit?
Was wäre, wenn wir alle wieder Selbstversorger wären?
Warum ist es so schwer, miteinander zu reden?
Ist Ignoranz heilbar?
Werden wir eines Tages aufwachen und merken, dass es zu spät ist?
Wem werden wir dann die Schuld geben?
Können uns unsere Kinder später zur Verantwortung ziehen?
Kann man das eigene Urteilsvermögen von Klischees befreien?
Wie findet man den inneren Frieden, um gelassen in die Welt zu schauen, um andere Meinungen zu tolerieren?
Warum werden die Menschen trotz technischem Fortschritt nicht klüger?
Ist die Abgabe der eigenen Verantwortung eine Form von Feigheit?
Ist es Feigheit, Desinteresse oder Bequemlichkeit, nichts verändern zu wollen und dabei vorzugeben, nichts ändern zu können?
Liegt es in der Natur des Menschen, sich für allmächtig und unausrottbar zu halten?
Ist es ein Symptom pathologischer Grandiosität, sich diese und eine letzte Frage zu stellen: gibt es noch mehr, die sich diese Fragen stellen?

Es geht voran

Das Dach ist entfernt und mit ihm schon einige nicht tragende Wände. Nächsten Montag erhalten wir die für die weitere Planung notwendigen Grundrisse. Die Entkernung der Fläche geht voran. Alles weitere ist geplant - Fensteröffnungen und das Setzen der Ytongsteine als Innendämmung. Eigentlich möchte ich jetzt einen kleinen Freudentanz veranstalten, denn auf diese Nachrichten haben wir so lange gewartet und gehofft und fast schon aufgegeben. Dennoch wird die Freude von derzeit vielen Fragen gedämpft. Fragen, die mich momentan sehr beschäftigen, die mit unserem Projekt eigentlich nichts zu tun haben. Also widme ich diesen vielen Fragen einen eigenen, den nächsten Post.

Samstag, 29. März 2008

Es bewegt sich etwas

Tatsächlich entpuppte sich die über das Dach ragende Leiter als Hoffnungsträger für unser Projekt. Zur Zeit ist uns das Schicksal dafür an anderen Stellen weniger gut gesonnen und legt uns riesige Felsbrocken in den Weg, so dass wir - oder besser - ich mich an dieses Haus, an ein besseres Wohnen, an ein gutes Ende dieser Geschichte klammere, um all das andere aushalten zu können.
Unsere Wochenendjoggingrunde führt uns jeden Sonntagmorgen - völlig unbeabsichtigt natürlich und ohne Kontrollabsichten - durch Malchow. Wir glaubten kaum, was unsere müden Augen erblickten. Das halbe Dach fehlte! Ungläubig schmulten wir über den Zaun. Kein Zweifel, die Dacharbeiten hatten tatsächlich begonnen. Einige Tage später war das Dach komplett heruntergerissen. Hatten wir uns tatsächlich durchgesetzt? Dem Eigentümer vermittelt, dass wir uns nicht auf Dauer veralbern ließen? Das es uns ernst war mit diesem Projekt? Oder war dies wieder so ein Brocken, der uns vor den Füßen lag, uns den Mund wässrig machte,uns einen Schritt vorlockte, um uns kurz darauf wieder mindestens drei zurückzuwerfen? Ich wollte mich freuen, konnte es aber irgendwie nicht. Wir können nur abwarten. Am 31.03. werden die Grundrisspläne für die von uns auszubauende Fläche abholen. Ein Entscheidungstag, denn erst dann sind wir in der Lage, endgültige Planungen und Berechnungen durchzuführen. Optimistisch bleiben!

Sonntag, 16. März 2008

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ein Telefonat mit dem Eigentümer am Tag nach dem geplatzten Termin machte uns erst einmal noch wütender. Hätte er uns belogen, hätte er Krankheit, einen lebenswichtigen Termin oder gestorbene Verwandte vorgetäuscht, wäre uns sicher ein kleiner Stein vom Herzen gefallen. Wir hätten uns den Umgang des Eigentümers mit uns wieder ein wenig schöner reden können. Seine Ehrlichkeit traf uns jedoch genau an der wunden Stelle. Er war einfach früher gegangen, hatte keinen Bock, mit uns zu sprechen. Die Aussage schürte Kampfesgeist in uns und stachelte unseren Sinn für Gerechtigkeit (zumindest unsere empfundene Gerechtigkeit) an. Wir kündigten uns für Samstag früh an.
Voller Zorn und mit einer Hand voll Wörtern bewaffnet, die wir dem Eigentümer auf den Schoß kotzen wollten, fuhren wir nach Malchow. Als wäre nichts gewesen, wurden wir mit Freundlichkeit empfangen. Wir atmeten ein letztes Mal tief durch und setzten zum großen Finale an. Was passierte? In verzweifelten Ton schilderten wir unsere Lage, unseren Unmut, unsere Zweifel und Bedenken. Gleichzeitig formulierten wir unsere Wünsche, unsere Vorstellungen, dass wir Pläne bräuchten, dass wir eine zeitlich detaillierte Planung bräuchten, dass wir Zuverlässigkeit bräuchten, dass wir endlich Fortschritte sehen möchten. Der Eigentümer sah uns mit fast väterlich liebevollen, dunklen Augen an, nickte verständnisvoll und sagte, dass alles kein Problem wäre. Kleine Verzögerungen gäbe es immer auf Baustellen. Er versprach, bis Ende März alle Vorarbeiten, die für unseren Baubeginn relevant wären, zu erledigen, Pläne der Innenfläche erstellen zu lassen, so dass einem Baubeginn Anfang April nichts mehr im Wege steht. Wir schluckten und in unseren Mägen bildete sich ein Knäuel aus unverdaulichen, bösen Wörtern und Satzgefügen. Großzügig bot uns der Eigentümer Kredit an, falls unsere Ausbausumme nicht ausreichen sollte. Auch in Sachen Fassadendämmung fand sich schnell eine Einigung. Wir beteiligen uns mit 5000 Euro an den Gesamtkosten. Mit merkwürdig flauem Gefühl im Bauch verließen wir sein Büro und fuhren nach Hause. Wir versuchten unsere Freude und wieder aufkeimende Euphorie zu drücken und mahnten uns gegenseitig, abzuwarten bis Ende März. Hält er sich an seine mündlichen Zusagen? Wird doch noch alles gut? Gestern fuhren wir auf dem Weg nach Marienwerder, wo ich meinen vierten Marathon absolvieren wollte, durch Malchow. Ein vorsichtiger Blick über den Zaun...wir sahen eine lange Leiter über das Dach ragen...ein Hoffnungsträger???

P.S. Habe meinen vierten Marathon in einer für mich sensationellen Zeit gefinished: 3 Stunden 48 Minuten und 14 Sekunden! Damit wurde ich zweite in der Altersklasse 30. Noch ein Hoffnungsträger?

Aus der Traum...?

Unsere Freude über die schnelle und scheinbar problemlose Einigung bezüglich des Mietvertrages und die Kompromissbereitschaft des Eigentümers wurde jäh zerstört. Nachdem Anfang März weder mit den Bauarbeiten am Dach noch mit anderen Bauarbeiten begonnen wurde, und es auch nicht danach aussah, als ob jemals welche beginnen sollten, fingen wir an, an der Zuverlässigkeit der Aussagen des Eigentümers zu zweifeln. Unmut machte sich in uns breit, denn mit jeder Verzögerung der Vorarbeiten verloren wir wertvolle Zeit, um unser Ziel, Weihnachten in Malchow in unserer neuen Wohnung zu feiern, zu erreichen. Wir baten den Eigentümer um einen Gesprächstermin. Wir wollten klare Aussagen, wann was gemacht werden sollte. Die verstandesmäßige Stimme in unserem Kopf schrie immer lauter, dass dieses Projekt eine faule Nuss war und wir lieber die Finger von dieser für uns nicht unbedeutenden Investion lassen sollten. Wir verabredeten uns mit dem Eigentümer an einem Montag Abend. Mit ungutem Gefühl im Bauch, welches wir als Hunger verleugneten fuhren wir nach Malchow. Der Eigentümer ließ unsere Verabredung platzen, ohne Absage, ohne Entschuldigung. Verärgert und traurig standen wir in dem Garten, in dem wir uns vor einigen Monaten in Liegestühlen haben liegen sehen, zwischen Oleander und duftendem Lavendel, umgeben von glücklich spielenden Kindern und Tieren, und sahen die orangerote Sonne im Feld versinken, auf dem ein einsames Reh graste. Mein Herz krampfte, ich kämpfte gegen Tränen und den Drang in mir, etwas zu zerstören oder irgendjemandem wehzutun. Enttäuscht fuhren wir nach Hause und versuchten unsere Verzweiflung in Zuversicht zu lenken, in dem wir nach einer passenden Wohnung bei Immonet und Immobilienscout suchten. Nichts, alles zu klein, zu teuer oder in Gegenden, die wir nur unter Androhung der Todesstrafe bewohnen würden. An diesem Abend saßen wir schweigend in unserem weiß gestrichenem, mit Umzugskartons dekoriertem und kalt wirkendem Wohnzimmer. Keiner von uns wollte es aussprechen: Das Projekt war gescheitert, bevor es angefangen hatte. Aber war dies nicht eher positiv zu werten? Wäre es nicht dramatischer, wenn wir mitten in den Bauarbeiten steckten und unsere Existenz verlieren würden? In solchen Momenten treffen einen die Nervereien von Hausbewohnern, mit denen man ohnehin im Klinsch liegt, umso härter und bitterer. Wie spitze Nägel bohrte sich jedes Trampel- und Bobbycarfahrgeräusch von über uns in unsere Ohren. Waren wir zu voreilig, zu optimistisch, zu zuversichtlich gewesen? Hätten wir von Anfang kritischer sein müssen? War dies die gerechte Strafe? Den Rest unseres Lebens umgeben von Schwachsinnigen und Geistesgestörten? Wir schliefen beide schlecht in dieser Nacht. Und dennoch...wir hatten am nächsten Morgen noch nicht gänzlich aufgegeben, es sollte einen letzten Versuch, eine endgültige Klärung geben, bevor wir abschließend sagen können: aus der Traum.

Samstag, 9. Februar 2008

Das Paradies zum Greifen nahe...

...so dachten wir heute, als wir unweit von unserem zukünftigen Wohnhaus auf dem Feld standen und der Sonne beim Untergehen zuschauten. Alles schien so idyllisch. Pferde, die an den Feldrändern entlangritten, glücklich strahlende Kinderaugen und zufriedenes Hundeschwanzwedeln.
Der heutige Gesprächstermin mit dem Eigentümer des Hauses verlief äußerst positiv. Die leichten Magenschmerzen, mit denen wir nach Malchow gefahren waren, waren schnell verschwunden. Wir erhielten den von uns und unserem Rechtsbeistand entworfenen Mietvertrag zurück. Die Änderungen von seiten des Vermieters beschränken sich auf einige wenige Formulierungen und die Höhe der zukünftig zu zahlenden Betriebskosten. Die letzte Änderung fällt zu unseren Gunsten aus, da der Eigentümer lediglich einen in unseren Augen geringen Pauschalbetrag ansetzt. Nun gut... Alle anderen bisher noch ungeklärten Punkte wie die zeitliche Abfolge der Bauarbeiten und die Leistungsgrenzen wären nun ebenfalls geklärt. Der Eigentümer übernimmt die Dacharbeiten, das Entkernen der Fläche, die Treppenzugänge, den Einbau der Haustüren, die Medienlegung, das Einbringen der Öffnungen für zusätzliche Fenster und die Entsorgung des Bauschuttes. Alles so wie wir es haben wollten. Der einzige Streitpunkt ist nun noch die Fassadendämmung. Der Eigentümer möchte eine Halbierung der Kosten. Soll heißen, wir sollen die Hälfte der Kosten für die Dämmung der Fassade übernehmen. Unser Argument: Wir bewohnen nur die obere Etage und die nicht einmal vollständig. Unser Vorschlag: Wir übernehmen die Kosten für genau die Anteile, die zu der von uns bewohnten Fläche gehören. Ist für uns gerechter, denn warum in aller Welt sollen wir für andere die Fassade dämmen? Mal vom Finanziellen abgesehen.
Am 15. Februar wird das komplette Dach heruntergerissen und die Entkernungsarbeiten beginnen. Diese sollen bis Ende Februar andauern. Es sieht demnach so aus, als würde tatsächlich Anfang März das neue Dach montiert. Das heißt für uns, wir können vielleicht Mitte März mit den Bauarbeiten beginnen. Mädels, lasst schon mal die Maschinen warmlaufen!!!
Was bleibt, ist unser derzeitiges Wohnproblem und die damit verbundenen Kosten. Wir hoffen immer noch auf einen baldigen Auszug des Bewohners des Vorderhauses, dem der Eigentümer sogar Geld bieten will, dafür dass er endlich die Wohnung räumt.

Schade, dass wir heute keine Kamera dabei hatten. Little Paradise mit untergehender Sonne, die den Himmel über Berlin orangerot färbte. Und das mitten in Berlin... na ja nicht direkt in der Mitte, eher am Arsch von Berlin, aber immer noch in Berlin. Und traumhaft schön! Ich freue mich drauf... und blende die vor uns liegende, mörderisch anstrengende Zeit erstmal aus. Alles wird gut werden und nächstes Jahr werden wir jeden Abend einen Spaziergang übers Feld machen und der Sonne beim Untergehen zusehen.

Samstag, 12. Januar 2008

Wie es endet, so beginnt es....

Das neue Jahr ist bereits zwölf Tage alt. Dennoch... ich wünsche allen ein glückliches, erfolgreiches, gesundes, gedankenreiches, kreatives, freundliches, sonnenreiches, katastrophenfreies, lächelndes, herzliches, freundschaftliches, bejahendes, optimisches, kraftvolles, gesegnetes, hoffnungsvolles, lichtreiches und tränenarmes Jahr.

Wie das vergangene Jahr geendet hat, so in etwa beginnt das neue meistens auch. Als Auftakt habe ich bei einem Spurt nach der Straßenbahn mein Handy verloren und konnte noch zusehen, wie eine nett und ehrlich aussehende ältere Dame mein Telefon aufhob und einsteckte. Na gut, dachte ich, nette ältere Damen geben Fundsachen generell zurück, da bei ihnen noch die alte Erziehung und moralische Werte greifen. Pustekuchen! Meine Versuche, mein Handy von einem anderen Telefon aus anzurufen, wurden erst ignoriert, um dann das Gerät skrupellos auszuschalten. Auf das dieser alten Schachtel fiese Warzen an den Fingerkuppen wachsen!! Dabei geht es mir in keinster Weise um das Handy, das war ohnehin Schrott. Aber die Telefonnummern! Ich gehöre zu den Leuten, die sich einzig und allein auf die Technik verlassen und sich natürlich die Nummern nicht nach altertümlicher Weise auf einem Blatt Papier notieren. Also... liebe Freunde und Freundinnen, die sich vielleicht wundern, dass sich die liebe Kerstin schon so lange nicht mehr meldet... ich habe Eure Nummern nicht mehr! Bitte ruft mich an oder schickt mir Eure Telefonnummern.
Aber nun zu unserem "Baby", unserem Projekt, dass sich als schwierige Schwangerschaft erweist und wie es aussieht, einige Zeit Bettruhe erfordert. Der von uns entworfene Mietvertrag ist geprüft und geringfügig geändert worden von unserem Rechtsbeistand. Nach einem ersten, etwas ernüchterndem Gespräch mit dem Eigentümer, der uns und unser Drängen auf einen Grundriss und einen Zeitplan für die Bauarbeiten etwas barsch auf März und den Zeitpunkt der Dachfertigstellung verwies, machten sich doch schon wieder ernsthafte Zweifel an der Durchführbarkeit dieses Projektes breit. Aber was wären wir für Marathonläufer, wenn wir uns davon ins Bockshorn jagen ließen. Voller Optimismus, voller Zuversicht haben wir bereits die Hälfte unserer jetztigen 175 qm großen Wohnung geweißt. Bereit, bei einer sich uns bietenden Gelegenheit, wie die Ratten das sinkende Schiff, diese Irrenzentrale hier zu verlassen. Um dem ganzen noch ein Quäntchen mehr Zuversicht zu verleihen, stehen bereits zwei volle Umzugskartons mahnend im Wohnzimmer. Soll soviel heißen wie "wir sind bereit- komme wie es soll"! Ein weiteres Telefonat mit dem Eigentümer ließ uns aufatmen: volle Zustimmung zur Unterzeichnung eines Vorvertrages. Fehlen bloss immer noch die Unterlagen, die wir dringend zur weiteren Planung benötigen. Der Eigentümer bot uns die Hilfe seines Sohnes, der Statiker ist, an. Sind wir noch immer zu ungeduldig? Alles wird gut, alles wird gut.
Noch etwas... um das Schicksal gnädig mit uns zu stimmen, haben wir das Jahr mit einer guten Tat begonnen. Benny wohnt jetzt statt im Tierheim bei uns und ist Flöckchens neuer Freund und inniger Liebhaber. Damit haben wir zwei Hoppler glücklich gemacht. Und die Männerquote in unserem Girlscamp erfüllt!