Tatsächlich entpuppte sich die über das Dach ragende Leiter als Hoffnungsträger für unser Projekt. Zur Zeit ist uns das Schicksal dafür an anderen Stellen weniger gut gesonnen und legt uns riesige Felsbrocken in den Weg, so dass wir - oder besser - ich mich an dieses Haus, an ein besseres Wohnen, an ein gutes Ende dieser Geschichte klammere, um all das andere aushalten zu können.
Unsere Wochenendjoggingrunde führt uns jeden Sonntagmorgen - völlig unbeabsichtigt natürlich und ohne Kontrollabsichten - durch Malchow. Wir glaubten kaum, was unsere müden Augen erblickten. Das halbe Dach fehlte! Ungläubig schmulten wir über den Zaun. Kein Zweifel, die Dacharbeiten hatten tatsächlich begonnen. Einige Tage später war das Dach komplett heruntergerissen. Hatten wir uns tatsächlich durchgesetzt? Dem Eigentümer vermittelt, dass wir uns nicht auf Dauer veralbern ließen? Das es uns ernst war mit diesem Projekt? Oder war dies wieder so ein Brocken, der uns vor den Füßen lag, uns den Mund wässrig machte,uns einen Schritt vorlockte, um uns kurz darauf wieder mindestens drei zurückzuwerfen? Ich wollte mich freuen, konnte es aber irgendwie nicht. Wir können nur abwarten. Am 31.03. werden die Grundrisspläne für die von uns auszubauende Fläche abholen. Ein Entscheidungstag, denn erst dann sind wir in der Lage, endgültige Planungen und Berechnungen durchzuführen. Optimistisch bleiben!
Samstag, 29. März 2008
Sonntag, 16. März 2008
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Ein Telefonat mit dem Eigentümer am Tag nach dem geplatzten Termin machte uns erst einmal noch wütender. Hätte er uns belogen, hätte er Krankheit, einen lebenswichtigen Termin oder gestorbene Verwandte vorgetäuscht, wäre uns sicher ein kleiner Stein vom Herzen gefallen. Wir hätten uns den Umgang des Eigentümers mit uns wieder ein wenig schöner reden können. Seine Ehrlichkeit traf uns jedoch genau an der wunden Stelle. Er war einfach früher gegangen, hatte keinen Bock, mit uns zu sprechen. Die Aussage schürte Kampfesgeist in uns und stachelte unseren Sinn für Gerechtigkeit (zumindest unsere empfundene Gerechtigkeit) an. Wir kündigten uns für Samstag früh an.
Voller Zorn und mit einer Hand voll Wörtern bewaffnet, die wir dem Eigentümer auf den Schoß kotzen wollten, fuhren wir nach Malchow. Als wäre nichts gewesen, wurden wir mit Freundlichkeit empfangen. Wir atmeten ein letztes Mal tief durch und setzten zum großen Finale an. Was passierte? In verzweifelten Ton schilderten wir unsere Lage, unseren Unmut, unsere Zweifel und Bedenken. Gleichzeitig formulierten wir unsere Wünsche, unsere Vorstellungen, dass wir Pläne bräuchten, dass wir eine zeitlich detaillierte Planung bräuchten, dass wir Zuverlässigkeit bräuchten, dass wir endlich Fortschritte sehen möchten. Der Eigentümer sah uns mit fast väterlich liebevollen, dunklen Augen an, nickte verständnisvoll und sagte, dass alles kein Problem wäre. Kleine Verzögerungen gäbe es immer auf Baustellen. Er versprach, bis Ende März alle Vorarbeiten, die für unseren Baubeginn relevant wären, zu erledigen, Pläne der Innenfläche erstellen zu lassen, so dass einem Baubeginn Anfang April nichts mehr im Wege steht. Wir schluckten und in unseren Mägen bildete sich ein Knäuel aus unverdaulichen, bösen Wörtern und Satzgefügen. Großzügig bot uns der Eigentümer Kredit an, falls unsere Ausbausumme nicht ausreichen sollte. Auch in Sachen Fassadendämmung fand sich schnell eine Einigung. Wir beteiligen uns mit 5000 Euro an den Gesamtkosten. Mit merkwürdig flauem Gefühl im Bauch verließen wir sein Büro und fuhren nach Hause. Wir versuchten unsere Freude und wieder aufkeimende Euphorie zu drücken und mahnten uns gegenseitig, abzuwarten bis Ende März. Hält er sich an seine mündlichen Zusagen? Wird doch noch alles gut? Gestern fuhren wir auf dem Weg nach Marienwerder, wo ich meinen vierten Marathon absolvieren wollte, durch Malchow. Ein vorsichtiger Blick über den Zaun...wir sahen eine lange Leiter über das Dach ragen...ein Hoffnungsträger???
P.S. Habe meinen vierten Marathon in einer für mich sensationellen Zeit gefinished: 3 Stunden 48 Minuten und 14 Sekunden! Damit wurde ich zweite in der Altersklasse 30. Noch ein Hoffnungsträger?
Voller Zorn und mit einer Hand voll Wörtern bewaffnet, die wir dem Eigentümer auf den Schoß kotzen wollten, fuhren wir nach Malchow. Als wäre nichts gewesen, wurden wir mit Freundlichkeit empfangen. Wir atmeten ein letztes Mal tief durch und setzten zum großen Finale an. Was passierte? In verzweifelten Ton schilderten wir unsere Lage, unseren Unmut, unsere Zweifel und Bedenken. Gleichzeitig formulierten wir unsere Wünsche, unsere Vorstellungen, dass wir Pläne bräuchten, dass wir eine zeitlich detaillierte Planung bräuchten, dass wir Zuverlässigkeit bräuchten, dass wir endlich Fortschritte sehen möchten. Der Eigentümer sah uns mit fast väterlich liebevollen, dunklen Augen an, nickte verständnisvoll und sagte, dass alles kein Problem wäre. Kleine Verzögerungen gäbe es immer auf Baustellen. Er versprach, bis Ende März alle Vorarbeiten, die für unseren Baubeginn relevant wären, zu erledigen, Pläne der Innenfläche erstellen zu lassen, so dass einem Baubeginn Anfang April nichts mehr im Wege steht. Wir schluckten und in unseren Mägen bildete sich ein Knäuel aus unverdaulichen, bösen Wörtern und Satzgefügen. Großzügig bot uns der Eigentümer Kredit an, falls unsere Ausbausumme nicht ausreichen sollte. Auch in Sachen Fassadendämmung fand sich schnell eine Einigung. Wir beteiligen uns mit 5000 Euro an den Gesamtkosten. Mit merkwürdig flauem Gefühl im Bauch verließen wir sein Büro und fuhren nach Hause. Wir versuchten unsere Freude und wieder aufkeimende Euphorie zu drücken und mahnten uns gegenseitig, abzuwarten bis Ende März. Hält er sich an seine mündlichen Zusagen? Wird doch noch alles gut? Gestern fuhren wir auf dem Weg nach Marienwerder, wo ich meinen vierten Marathon absolvieren wollte, durch Malchow. Ein vorsichtiger Blick über den Zaun...wir sahen eine lange Leiter über das Dach ragen...ein Hoffnungsträger???
P.S. Habe meinen vierten Marathon in einer für mich sensationellen Zeit gefinished: 3 Stunden 48 Minuten und 14 Sekunden! Damit wurde ich zweite in der Altersklasse 30. Noch ein Hoffnungsträger?
Aus der Traum...?
Unsere Freude über die schnelle und scheinbar problemlose Einigung bezüglich des Mietvertrages und die Kompromissbereitschaft des Eigentümers wurde jäh zerstört. Nachdem Anfang März weder mit den Bauarbeiten am Dach noch mit anderen Bauarbeiten begonnen wurde, und es auch nicht danach aussah, als ob jemals welche beginnen sollten, fingen wir an, an der Zuverlässigkeit der Aussagen des Eigentümers zu zweifeln. Unmut machte sich in uns breit, denn mit jeder Verzögerung der Vorarbeiten verloren wir wertvolle Zeit, um unser Ziel, Weihnachten in Malchow in unserer neuen Wohnung zu feiern, zu erreichen. Wir baten den Eigentümer um einen Gesprächstermin. Wir wollten klare Aussagen, wann was gemacht werden sollte. Die verstandesmäßige Stimme in unserem Kopf schrie immer lauter, dass dieses Projekt eine faule Nuss war und wir lieber die Finger von dieser für uns nicht unbedeutenden Investion lassen sollten. Wir verabredeten uns mit dem Eigentümer an einem Montag Abend. Mit ungutem Gefühl im Bauch, welches wir als Hunger verleugneten fuhren wir nach Malchow. Der Eigentümer ließ unsere Verabredung platzen, ohne Absage, ohne Entschuldigung. Verärgert und traurig standen wir in dem Garten, in dem wir uns vor einigen Monaten in Liegestühlen haben liegen sehen, zwischen Oleander und duftendem Lavendel, umgeben von glücklich spielenden Kindern und Tieren, und sahen die orangerote Sonne im Feld versinken, auf dem ein einsames Reh graste. Mein Herz krampfte, ich kämpfte gegen Tränen und den Drang in mir, etwas zu zerstören oder irgendjemandem wehzutun. Enttäuscht fuhren wir nach Hause und versuchten unsere Verzweiflung in Zuversicht zu lenken, in dem wir nach einer passenden Wohnung bei Immonet und Immobilienscout suchten. Nichts, alles zu klein, zu teuer oder in Gegenden, die wir nur unter Androhung der Todesstrafe bewohnen würden. An diesem Abend saßen wir schweigend in unserem weiß gestrichenem, mit Umzugskartons dekoriertem und kalt wirkendem Wohnzimmer. Keiner von uns wollte es aussprechen: Das Projekt war gescheitert, bevor es angefangen hatte. Aber war dies nicht eher positiv zu werten? Wäre es nicht dramatischer, wenn wir mitten in den Bauarbeiten steckten und unsere Existenz verlieren würden? In solchen Momenten treffen einen die Nervereien von Hausbewohnern, mit denen man ohnehin im Klinsch liegt, umso härter und bitterer. Wie spitze Nägel bohrte sich jedes Trampel- und Bobbycarfahrgeräusch von über uns in unsere Ohren. Waren wir zu voreilig, zu optimistisch, zu zuversichtlich gewesen? Hätten wir von Anfang kritischer sein müssen? War dies die gerechte Strafe? Den Rest unseres Lebens umgeben von Schwachsinnigen und Geistesgestörten? Wir schliefen beide schlecht in dieser Nacht. Und dennoch...wir hatten am nächsten Morgen noch nicht gänzlich aufgegeben, es sollte einen letzten Versuch, eine endgültige Klärung geben, bevor wir abschließend sagen können: aus der Traum.
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